Zum Umgang mit Wein – Teil 2 – Wann trinken, wann lagern?

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in Tipps,Weinwissen

Beim letzten Mal habe ich euch versprochen, dass ich meine Erkenntnisse in Sachen Lagerfähigkeit von Weinen mit Euch teilen werde. Nur noch mal kurz zur Erinnerung und zur Klarstellung: Ich habe mir diese Informationen auf seriösen Seiten im Internet sowie in meiner Stadtbücherei aus diversen Weinbüchern zusammengesammelt. Auch ein paar eigene Erfahrungen konnte ich beisteuern. Das Lagern von Weinen ist aber ein heikles Thema, denn vieles hängt von der Lagerstätte selbst ab. Kaum einer von uns wird über ideale Bedingungen in einem „professionellen“ Keller verfügen; ich natürlich auch nicht (tatsächlich bin ich meilenweit davon entfernt). Deshalb können alle Angaben bitte nur als Annäherungswerte verstanden werden. Bitte, habt dafür Verständnis. Ich schreibe ohne Gewähr und Garantie – aber nach bestem Wissen und Gewissen. Falls Ihr irgendwann trotzdem eine Flasche zu spät (oder zu früh!) aufmacht, lasst es mich gern wissen. Aus Fehlern kann man nur lernen; Schadensersatz dürft Ihr aber nicht erwarten.


So Freunde, genug der Vorrede, jetzt geht es in medias res. Die Hauptrebsorte, aus der ein Wein gekeltert ist, gibt in aller Regel Hinweise auf die Lagerfähigkeit. Besonders entspannt ist die Sache, wenn uns das Etikett verrät, dass wir einen Cabernet Sauvignon vor uns haben. Selbst die preiswerten Weine aus dieser Traube vertragen schon mal eine Lagerung von ein bis zwei Jahren. Wenn Ihr ein paar Euro mehr ausgegeben habt, dann dürft Ihr die Mindestlagerung bei vier Jahren ansetzen. Spitzenweine aus dieser Traube bringen es locker auf zwei Jahrzehnte. Aber nicht vergessen – die Lagerfähigkeit zählt nicht ab dem Tag, an dem Ihr den Wein gekauft habt. Sondern ab dem Jahr, der als Jahrgang auf dem Etikett steht….

Ein Minimum von zwei Jahren Lagerung vertragen auch alle Weine aus den Rebsorten Merlot, Pinot noir (Spätburgunder), Sangiovese, Tempranillo und Zinfandel. Bei den Weißweinen gilt diese Mindestlagerungsfähigkeit für Chardonnay und Riesling. Anders sieht es bei der maximal angeratenen Lagerung aus. Ein Spätburgunder sollte eigentlich nicht länger als acht Jahre liegen, auch Sangiovese und Tempranillo vertragen nicht viel mehr. Einen guten bis sehr guten Merlot dagegen könnt Ihr bei vernünftigen Lagerbedingungen auch zehn Jahre lang nachreifen lassen. Für Chardonnay wird als längste Lagerzeit angeraten, sechs Jahre nicht zu überschreiten. Riesling ist der Hammer, der kann 30 Jahre vor sich hinschlummern und dabei immer noch besser werden. Aber Leute, wir sprechen hier von einem Ausnahmetropfen, nicht vom Riesling aus dem Supermarkt. Aber wenn ein Wein ein Potenzial von 30 Jahren hat, dann wird der Weinhändler voraussichtlich sowieso eine kleine Bemerkung dazu fallen lassen.

Da die Weine aus Osteuropa mehr und mehr bei uns in den Handel kommen, auch dazu noch ein Wort. Kadarka aus Ungarn, Plavac mali aus Kroatien sowie reinsortige Rotweine aus Rumänien, Russland und Montenegro kann man oft mindestens drei Jahr lang aufbewahren. Länger als sieben Jahre sollten sie alle allerdings nicht im Keller bleiben.

Die längsten Lagerzeiten dürften für private Sammler zwischen 20 und 30 Jahren liegen. Alles, was darüber hinausgeht, braucht optimale Lagerbedingungen, die es eigentlich nur auf Weingütern oder in großen Handelhäusern gibt. Privat kann man außer Cabernet Sauvignon auch einen sehr guten Nebbiolo mal 20 Jahre lang lagern. Bei den Weißweinen bringt es ein ausgezeichneteter Chenin in Ausnahmefällen auch mal auf 25 Jahre.

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