Südafrika Special – So long Südafrika, schön war‘s!

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in Südafrika,Tipps

Die Bild-Zeitung schreibt es und ich habe es irgendwie auch geahnt: Jetzt, nachdem die Fußball-WM zu Ende ist, fallen wir alle in ein emotionales Loch und wissen nicht mehr, was wir abends machen sollen. Unsere Jungs sind allesamt wieder gut zu Hause angekommen und starten jetzt in den wohl verdienten Urlaub. Jogi Löw und seine Traummannschaft haben es aber sicher auch nicht ganz leicht, so mir nichts Dir nichts von Hundert auf null runterzuschalten. Mein persönliches Krisenmanagement sieht so aus: Ich verabschiede mich ganz sanft, Stück für Stück von dieser WM, indem ich von Fußball auf Wein umschalte. Wie ich das mache? Ich lasse mir theoretisch und praktisch auf der Zunge zergehen, was sowohl die Teilnehmernationen als auch das Gastgeberland an guten Tropfen zu bieten haben. Das dürfte die Erinnerung an Südafrika 2010 lange wach halten. Die meisten Länder, die sich für die WM qualifiziert hatten, sind nämlich auch Weinproduzenten.


Europas Weinelite war geschlossen zur Weltmeisterschaft angetreten. Die stolzen Spanier dürfen schließlich die Trophäe mit nach Hause nehmen. Ich habe deshalb stilsicher meine Tränen am Abend des Endspiels in einem Glas Tempranillo versenkt. Damit wir uns nicht missverstehen. Meine Tränen galten dem Ende des Turniers, nicht etwa unserer Mannschaft. Die hat in meinen Augen super Arbeit geleistet und sich und Deutschland hervorragend „verkauft“. Ich hätte jedem Einzelnen von ihnen von Herzen gegönnt, den WM-Pokal nach Hause zu bringen.

Aber nun, das hat nicht sollen sein, zurück also zum Wein. (Upps, das reimt sich sogar). Einige „Länderweine“ habe ich natürlich während des Turniers getestet. So habe ich mir zum Abschied der Italiener einen unverschämt guten Barolo gegönnt, das Aus für die Franzosen habe ich mit einem Crémant aus dem Elsass zelebriert – das war ein Zugeständnis an meine Freundin Rita, die mehr auf Weiß als auf Rot steht. Außerdem trinke ich selbst auch gern mal einen guten Schaumwein zur Abwechslung. Mit Griechenlands Abgang, der gleichbedeutend mit Otto Rehhagels Abschied vom Fußball war, habe ich mir einen feinen Roten aus Mazedonien eingeschenkt, Jahrgang 2003, aus den Rebsorten Xynomavro und Negoska. Ein gebührender Tropfen, der auf Ottos Wohl getrunken wurde.

Am besten, ich muss es zu meiner eigenen Schande sagen, hat mir jener argentinische Rotwein geschmeckt, den mein Weinhändler mir anlässlich der Begegnung Deutschland-Argentinien empfohlen hatte. Diese Klasse, diese Eleganz, dieser Jahrgang! Jetzt dürft Ihr raten, ob ich den Wein meine oder unsere Jungs, die die Argentinier so überzeugend vom Rasen geputzt haben.

Ihr könnt Euch vorstellen, dass mir auch mein Cabernet Sauvignon aus Australien gut gemundet hat, den ich vor dem Fernseher weggeschnasselt habe. Doch ich will Euch jetzt nicht mit Aufzählungen langweilen. Der schönste Teil meines WM-Abschieds ist der Blick nach vorn, in die Zukunft. Denn obwohl ich ein eingefleischter Fan der klassischen, europäischen Weine bin, werde ich fortan regelmäßige Abstecher in die „neue“ Weinwelt machen. Und mein Lieblingsland wird dabei Südafrika werden – das ist mein nachhaltiger Tribut an das Gastgeberland, das uns eine so reibungslose, fröhliche und freundliche WM beschert hat, wie viele es im Vorfeld nicht für möglich gehalten haben.

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