Stuttgarter Weinwanderweg – Stuttgart, Stadt der Wengerter und der Wanderer

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Ich hoffe, ich habe Euch mir meiner frisch entdeckten Wein-Wanderlust schon ein wenig anstecken können! Ich verbringe inzwischen ganze Abende vor dem Computer, um neue Routen zu entdecken und Pläne für Kurzurlaube und lange Wochenenden zu schmieden. Dabei habe ich ab und an das Gefühl, als hätte ich in der Schule überhaupt nie aufgepasst, wenn in Erdkunde „Deutschland“ auf dem Stundenplan gestanden hat. Ehrlich, unser Land steckt voller Überraschungen – auf jeden Fall dann, wenn es um Wein und ums Wandern geht. So, und jetzt mal ganz offen und bitte nicht flunkern: Wisst Ihr, in welcher deutschen Großstadt Wein angebaut wird? Ich wusste es bislang nicht, aber jetzt kann ich Euch mit meinem neu erworbenen Wissen hoffentlich verblüffen. Bei der Stadt, in der quasi gleich hinterm Hauptbahnhof die ersten Rebstöcke stehen, handelt es sich um Stuttgart.


Also Freunde, wenn Ihr Euren nächsten Mercedes kauft, dann holt Ihr ihn bitte im Werk ab. Und dann reist Ihr ein paar Tage früher an, um Euch mit ein paar Wanderungen das schöne Luxusgefährt auch moralisch zu verdienen. Es reicht nicht mal für ein Zehngangfahrrad bei Euch? Auch kein Problem. Dann reist Ihr mit Bus oder Bahn an, steigt in der Jugendherberge ab und macht Euch von da aus auf auf Schusters Rappen. Um den Stuttgarter Weinwanderweg genießen zu können, kann man, muss man aber nicht reich sein.

Dabei fällt mir auf, dass den DEN Stuttgarter Weinwanderweg nur als Adresse im Internet gibt. Denn tatsächlich verbergen sich hinter dieser Bezeichnung gleich sieben Touren unterschiedlicher Länge und auch unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Von längeren Spaziergängen bis hin zu anspruchsvollem Wandern ist alles dabei.

Was alle diese Weinwanderungen auszeichnet, ist die Tatsache, dass sie auf der Website wirklich ausführlich und zuverlässig beschrieben werden. Sie starten an Ausgangspunkten, die wirklich jeder erreichen kann, und beziehen den öffentlichen Personennahverkehr konsequent mit ein. Das macht nicht nur Sinn für jene, die kein Auto haben – es macht für alle Sinn. Denn ein Weinwanderweg ohne Weinverkostung – kann sich den irgendwer ernsthaft vorstellen? Also, in irgendeine Besenwirtschaft wird man doch immer einfallen und das eine oder andere Gläschen trinken wollen. Da ist es mehr als vernünftig, wenn man anschließend andere fahren lässt.

Apropos leicht zu erreichende Ausgangspunkte: Meine Lieblingstour würde die „Degerloch“-Route sein. Die beginnt und endet mitten in Stuttgart am Marienplatz, wo man sich in einem der vielen Cafés wunderbar auf den Aufstieg vorbereiten kann. Dass das tatsächlich auch so anempfohlen wird, halte ich für sehr lebensnah und äußerst sympathisch.

Wahrscheinlich möchtet Ihr jetzt auch noch gern wissen, was es mit den „Wengerten“ auf sich hat, die ich in der Überschrift erwähnt habe. Dabei handelt es sich einfach um die Württemberger Bezeichnung für Winzer. Dafür gibt es in Stuttgart eine ganze Menge und einige davon laden an den Weinwanderwegen die durstigen „Pilger“ gern in ihre Besenwirtschaften ein. Die meisten von ihnen arbeiten im Nebenerwerb in ihrem Weinberg, es gibt aber auch sehr ernst zu nehmende professionelle Weingüter rund um Stuttgart. Übrigens, der typische Rotwein der Region ist der Trollinger.

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