Amselfelder

Geschichtliche Entwicklung des Amselfelder Rotwein

Amselfelder Rotwein gehörte bereits in den 60er und 70er Jahren zu den bekanntesten Marken auf dem deutschen Weinmarkt. Damals suchte die Firma Racke, zu diesem Zeitpunkt der Weinlieferant mit dem größten Umsatz in der gesamten Bundesrepublik, nach einem Gebiet, in dem ausreichende Mengen an Wein in einer gleichbleibenden Qualität angebaut werden konnten. So wurde die damals noch zu Jugoslawien gehörende Provinz Kosovo entdeckt, wo nicht nur die passenden Wetter- und Bodenverhältnisse herrschten, zudem konnte Wein hier auch vergleichsweise günstig angebaut werden.

Dadurch, dass zu diesem Zeitpunkt liebliche Weißweine sehr gefragt waren, es aber fast keinen lieblichen Rotwein auf dem deutschen Markt gab, war der liebliche Amselfelder Rotwein schnell sehr beliebt. Zudem war er der erste Wein, der komplett ohne Kerne und Stiele gekeltert wurde. Durch das damals wie heute besondere Design gewann er zudem sehr schnell einen hohen Bekanntheitsgrad.

Woher kommt der Name “Amselfelder”?

Der Name des Weins leitet sich vom Amselfeld ab, auf dem im Jahr 1389 die Truppen eines serbischen Fürsten gegen das Heer der Osmanen kämpften. Diese Schlacht fand im zentralen Teil des mittlerweile unabhängigen Kosovos statt. Obwohl die Serben die Schlacht verloren, gilt sie als nationaler Mythos. Daher akzeptieren viele Serben bis heute die Unabhängigkeit der ehemaligen Provinz nicht, für sie ist der mehrheitlich von Kosovo-Albanern bewohnte Landstrich integraler Bestandteil Serbiens.

Diese Geschichte war gleichzeitig ein Hauptgrund für die Konflikte auf dem Gebiet des Kosovo. Durch die Kriegswirren kam die Weinproduktion in den 90er Jahren komplett zum Erliegen, erst in der jüngeren Vergangenheit versuchten Weinbauern, wieder an die traditionellen Exporterfolge anzuknüpfen.

Das Anbaugebiet des Amselfelder

Als Anbaugebiet bietet das Kosovo hervorragende Verhältnisse. Der sehr ertragreiche Boden und mehr als 300 Sonnentage pro Jahr sorgen dafür, dass hier zu Hochzeiten auf rund 8000 Hektar jährlich bis zu 60 Millionen Liter Wein produziert wurden. Bereits die Römer wussten diese Verhältnisse zu schätzen und haben auf diesem Gebiet bereits vor mehr als 2000 Jahren erstmals Wein angebaut. Alles in allem werden im Kosovo verschiedene, dem Klima anpasste Rebsorten für die Weinproduktion verwendet, darunter zum Beispiel Pinot Noir, Gamay oder Cabernet Franc, aber auch Riesling-Trauben gedeihen im Kosovo.

Mittlerweile produzieren drei Kellereien in Rahovac, Krusha e Vogel und Suareka wieder den speziellen Amselfelder Rotwein, der auch nach Deutschland exportiert wird.