Zweigelt

Herkunft
Die Rebsorte Zweigelt ist eine Kreuzung zwischen Saint Laurent und Blaufränkisch. Sie wurde 1922 in der Weinbauschule im österreichischen Klosterneuburg von Dr. Fritz Zweigelt vorgenommen, der dafür leider wenig ehrenwerte Motive gehabt haben soll. Angeblich wollte der überzeugte NSDAP-Anhänger die „arischen“ österreichischen Winzer von Importen der „nichtarischen“ italienischen Winzer unabhängig machen. Rotwein aus Österreich war damals wenig farbintensiv,; die benötigten „Färberweine“ wurden aus Italien importiert.

Anbaufläche und Bedeutung
Zweigelt ist heute die am weitesten verbreitete Rebsorte für Rotweine in Österreich. Auch in Deutschland wird sie seit einiger Zeit angepflanzt, vor allem in Württemberg. Kleinere Bestände gibt es auch in der Schweiz, in Tschechien und Ungarn. In Kanada wird gegenwärtig mit der Sorte experimentiert.

Sortenbeschreibung und Eigenschaften
Die Rebsorte Zweigelt ist sehr genügsam und auch sehr robust. Sie stellt kaum Ansprüche an die Beschaffenheit des Bodens und bringt, wenn der Boden nährstoffreich und tief ist, bemerkenswert hohe Erträge. Weder Trockenheit noch Frost machen ihr etwas aus und selbst Rebkrankheiten können ihr nur wenig anhaben.

Wein
Zweigelt kann jung getrunken werden, er eignet sich aber auch zur Lagerung. Jung besitzt er ein wunderbares Kirscharoma, das ihm viele Fans beschert hat. Wenn er sortenrein ausgebaut ist und Zeit hatte, in einem Barrique-Fass zu reifen, dann bietet er Aromen von Vanille. Der Wein ist weich und hat Substanz und er ist für seine Bekömmlichkeit bekannt.

Tipps für Konsumenten
Junger Zweigelt passt ausgezeichnet zu Steaks und zu gegrilltem Fleisch – eine ausgezeichnete Wahl für eine sommerliche Einladung in den Garten. Barrique ausgebaut schmeckt Zweigelt selbstverständlich auch solo.

Synonyme
Rotburger, Zuchtstammnummer Klosterneuburg 181- 2- 71, Klosterneuburg 71