Toro

Toro ist ein spanisches Weinbaugebiet so ganz nach dem Herzen echter Rotweinfreunde. Der Anbau roter Rebsorten überwiegt hier ganz deutlich. Die Winzer können auf eine lange Tradition zurückblicken und verfügen über entsprechende Erfahrung, gleichzeitig hat man sich aber neuen Erfordernissen des Marktes nicht verschlossen. Die Rotweine aus Toro, dessen Rebflächen sich auf die Provinzen Zamora und Valladolid aufteilen, haben deshalb sowohl in Spanien, selbst als auch auf dem internationalen Markt einen guten Ruf. Auf rund 6000 Hektar Rebfläche produzieren hier, im Nordwesten Spaniens knapp 50 Bodegas etwa 11 Millionen Liter Wein durchschnittlich pro Jahr.

Das „Paradepferd“ unter den roten Rebsorten in der Qualitätsregion Toto ist die Tinta di Toro, eine lokale Variation der Tempranillo. Wenn diese Traube natürlich reifen darf, dann wird aus ihr tiefroter Wein gekeltert, der wenig Säure, dafür aber umso mehr Alkohol aufweist. Werte von bis zu 17 Prozent sind keine Seltenheit. Allerdings, der moderne Markt fragt derart schwere Weine nicht mehr nach und so geriet der Weinbau im Toro in der jüngeren Vergangenheit in eine Krise.

Diesen Schwierigkeiten begegnete die Weinwirtschaft jedoch konsequent. Heute werden die Rotweine der Region fruchtbetont ausgebaut und haben in der Regel nur noch einen Alkoholgehalt von 13 bis maximal 15 Prozent. Erreicht wird das durch eine um etwa vier Wochen frühere Ernte. Auch die Garnacha, die zweitwichtigste rote Rebsorte der Region unterliegt diesen Regeln. Der Markt hat die Anstrengungen der Region honoriert. Heute werden Rotweine aus dem Toro international wieder sehr gut verkauft. Das gilt übrigens auch für die einfacheren roten Tropfen, die nicht aus Qualitätslagen stammen. Sie sind unter der Bezeichnung „Tierra del Vino“ (Land des Weines) im Handel; ein Name, den sonst keine spanische Weinregion benutzt.

Die relativ unbedeutende Menge an Weißwein, die aus dem Toro kommt, wird hauptsächlich aus den Rebsorten Malvasia und Verdejo gekeltert.