Ribeiro
Spaniens Weinregion Ribeiro liegt im Nordwesten Spaniens, nicht weit von der Grenze zu Portugal einerseits und zur Küste des Atlantiks andererseits. Verwaltungspolitisch gehört die Region zur Provinz Orense. Die Rebfläche Ribeiros umfasst rund 3000 Hektar. Über 110 Bodegas produzieren in dieser Region und stellen pro Jahr im Durchschnitt etwa neun Millionen Liter Wein her. Das Verhältnis zwischen Rotwein und Weißwein ist dabei relativ ausgeglichen. Die Herkunftsbezeichnung „DO Ribeiro“ wird nicht in allen Weinführern als selbstständiges Weinbaugebiet aufgeführt. Manchmal wird Ribeiro auch als Unterregion des Weinbaugebiets Galizien geführt. Wo das der Fall ist, werden auch noch die Gebiete Monterrei, Rias Baixas, Ribera Sacra und Valdeorras mit dazugezählt.
Ribeiro bedeutet übersetzt so viel wie „Uferland“. Das macht auch Sinn, denn dieses Weinbaugebiet erstreckt sich räumlich entlang dem Strom Mino und seiner zahlreichen Nebenflüsse. Das gebirgige Galizien gilt insgesamt als das feuchteste Gebiet Spaniens, weil es von unzähligen Bächen bis hin zu größeren Flüssen durchzogen ist. Zudem fällt hier wegen der Nähe zum Atlantik vergleichsweise viel Regen. Milde Winter und mäßig warme, niederschlagsreiche Sommer kennzeichnen hier das Klima und beeinflussen natürlich auch den Weinbau.
In der Region Ribeiro wird viel Wein getrunken. Das sagt nicht unbedingt etwas über die Bewohner, sondern geht auf die Tatsache zurück, dass das weltberühmte Städtchen Santiago di Compostela ganz in der Nähe liegt. Santiago ist Ziel und Endpunkt des Jakobsweges; einer Pilgerroute, die seit einigen Jahren eine ständig wachsende Zahl von Pilgern erlebt. Weit über 300 Kilometer legen die meisten von ihnen zu Fuß zurück – da kann man schon mal Durst bekommen. Der wird in aller Regel mit regional produzierten Weinen gelöscht. Die spritzigen Tropfen aus Ribeiro, die in aller Regel jung getrunken werden wollen, kommen den christlichen Wanderern da gerade recht. Die Mehrzahl der Weine hier ist leicht. Das gilt auch dann, wenn sie aus roten Rebsorten wie Tempranillo oder Garnacha gekeltert worden sind. Selbstverständlich gibt es gehaltvolle, lange gelagerte Ausnahmen, aber es sind tatsächlich Ausnahmen.









