Ribeira Sacra

Spaniens Weinregion Ribeira Sacra liegt im Nordwesten des Landes, weder allzu weit von der Grenze nach Portugal noch zum Atlantik hin entfernt. Der Name heißt übersetzt „Heiliges Ufer“ und geht auf das Mittelalter zurück, als hier an den drei Flüssen, die das Gebiet durchziehen, überdurchschnittliche viele Klöster gegründet wurden. Verwaltungspolitisch gehört die Region Ribeira Sacra teils zur Provinz Lugo, teils zur Provinz Orense. Rund 1200 Hektar Rebfläche stehen zur Verfügung, etwa 100 Bodegas produzieren Wein. Zusammen bringen sie es pro Jahr auf durchschnittlich rund drei Millionen Liter Wein.

Es ist kein Zuckerschlecken, in der Ribeira Sacra Wein anzubauen. Die Gegend ist zwar von großer landschaftlicher Schönheit, doch dafür dürfte kaum jemand ein Auge haben, wenn in den Weinbergen gearbeitet wird. Steile Hänge bestimmen das Bild, die zum Teil terrassiert wurden, um überhaupt damit zurechtkommen zu können. Dafür werden die Winzer mit guten Böden entschädigt, die eine hervorragende Grundlage für den Weinbau in diesem Teil Galiziens darstellen. Die Böden beinhalten hohe Anteile an Schiefer und Granit; eine Zusammensetzung, die viele Rebsorten förmlich lieben.

Ribeira Sacra ist eine interessante Region für Rotweinfans. Die alles dominierende Rebsorte, die hier angebaut wird, ist die Mencia. Nach einer noch recht jungen Verordnung aus dem Jahr 2004, müssen Rotweine, die die Herkunftsbezeichnung DO Ribeira Sacra tragen wollen, zu mindestens 85 Prozent aus Mencia bestehen. Kein Wunder also, dass diese Sorte mengenmäßig kaum zu schlagen ist. Daneben gibt es aber noch eine ganze Reihe interessanter roter Reben, die allesamt einen eher regionalen Charakter aufweisen. So sind Teile der Flächen mit Tintorera, Brancellao undMerenzao bestockt. Als einzige überregionale rote Sorte wird die Garnacha gepflanzt.

Bei den weißen Rebsorten bietet sich ein ganz ähnliches Bild. Hier sind es die Albariño, Loureira, Treixadura, Godello, Doña Blanca und Torrontés, die zum Keltern angepflanzt werden.