Montilla-Moriles

Montilla-Moriles ist ein rund 7000 Hektar Rebfläche umfassendes Weinbaugebiet in Andalusien. Der größte Teil der Weingärten befindet sich südöstlich von Córdoba. Insgesamt werden in dem Gebiet im Jahr durchschnittlich rund 22 Millionen Liter Wein erzeugt.

Montilla-Moriles ist als Weinbaugebiet kein Muss für Rotweinfreunde. Es werden zwar einige durchaus anständige Tropfen aus den Rebsorten Tempranillo, Syrah und Cabernet-Sauvignon gekeltert, doch sind die Mengen eher unerheblich. Wer Spanien wegen seiner Rotweine bereist, kann beruhigt den Schwerpunkt auf andere Regionen legen. Montilla-Moriles ist die Region alkoholbetonter, sehr wuchtiger Weißweine sowie der Finos. Sie sind die montilladische Entsprechung der Sherry-Weine.

Damit ist auch schon ein wunder Punkt der D.O-Weinregion Montilla-Moriles angesprochen. Sie wurde stets nur im Vergleich mit den Sherry-Weinen der berühmten Region Jerez ganz im Süden Spaniens wahrgenommen. Die Finos aus Montilla-Moriles galten als „ähnlich“, dabei eben aber leider auch als nicht genauso gut. Tatsächlich ist es so, dass die Weine schlichtweg ganz anders sind und nicht wirklich miteinander verglichen werden können. Wo der Fino aus Jerez nach Mandeln schmeckt, erinnert der aus Montilla an Haselnüsse; wo die Weine aus Jerez klimatisch vom Meer beeinflusst werden, unterliegen die aus Montilla dem kontinentalen Klima. Der wichtigste Unterschied aber wird von den Rebsorten bestimmt. Sherry wird aus der Palomino gekeltert; der Fino aus Montilla-Moriles dagegen aus der Pedro Ximénez. Ihre Stöcke nehmen den Löwenanteil der Rebfläche in der Region ein. Daneben werden noch kleine Mengen Layrén, Baladi, Moscatel und Torrontés angebaut.

Den Fino-Weinen aus Montilla-Moriles wird übrigens kein Alkohol zugesetzt. Man lässt sie einfach so lange in Ruhe reifen, bis sie dank Mutter Natur einen Alkoholgehalt aufweisen, der meistens zwischen 14 und 15 Prozent liegt; manchmal aber sogar bis zu 17 Prozent erreicht. Eine echte Spezialität von Montilla-Moriles sind die lokalen Süßweine, die langsam auch international Beachtung finden.