Madrid

Dass Spanien Hauptstadt gleichzeitig auch ein Weinbaugebiet ist, das wissen sicher nicht alle Spanienurlauber. Aber in dem größten Weinland der Welt gibt es eben kaum ein Gebiet, das „weinfrei“ ist. Das gilt auch für Madrid, dessen Weingebiet knapp 12.000 Hektar an Rebfläche umfasst. Angebaut wird halbkreisförmig um die Randzonen im Süden der Hauptstadt. Dort ist das Gebiet noch mal in drei Unterzonen unterteilt. Von West nach Osten heißen die Unterzonen San Martin de Valdeiglesias, Navalcarnero und Arganda. In allen drei Zonen werden Rotweine erzeugt, die sich aber deutlich voneinander unterscheiden. Die wichtigste rote Rebsorte ist die Garnacha (auch als Grenache) bekannt, die auf knapp 2900 Hektar Rebfläche angebaut wird. Die Rebsorte Tempranillo, die im Weinbaugebiet Madrid auch Tinto Fino genannt wird, bringt es auf knapp über 1000 Hektar. An internationalen roten Rebsorten sind zudem Cabernet Sauvignon, Merlot und seit kurzem auch Shiraz (auch als Syrah bekannt) vertreten.

Die Rotweine der Subzone San Martin de Valdeiglesias präsentieren sich körperreich und weisen intensive Aromen auf. Hier wird recht häufig zusätzlich die Rebsorte Albillo verwandt. In Navalcamero erzeugen die Winzer neben Rotweinen auch Roséweine. Überwiegend aus der Grenache gekeltert wird beiden Spielarten aber nachgesagt, dass sie leicht oxidieren und dann ihre Farbe verlieren. Am besten für den modernen Weingeschmack kommt die Subzone Arganda in der Beurteilung weg. Hier, im Osten Madrids, werden in den Bodegas leichte und frische Rotweine gekeltert, die bei den heißen Temperaturen nicht sofort zu Kopf steigen. Von den drei Subzonen ist die Arganda deutlich die größte. Hier wird zusätzlich nicht nur die rote Rebsorte Tempranillo angebaut, sondern es ist auch noch Platz für weiße Rebsorten da. Auch dabei beweisen die Winzer ein ausgesprochen gutes Händchen. Die samtigen Weißweine aus den Rebsorten Malvar und Airén sind, wenn auch noch nicht international, so innerhalb Spaniens doch sehr populäre Tropfen.