Lanzarote

Lanzarote und Wein? Auf den ersten Blick scheint es nicht sehr wahrscheinlich zu sein, dass sich die schwarzen Böden der Insel, und die mehr oder weniger nicht vorhandenen Niederschläge Rebensaft abpressen lassen. Und doch, es ist möglich. Rund 2000 Hektar ist die Rebfläche Lanzarotes sogar groß und die knapp 20 Bodegas, die es hier gibt, produzieren im Durchschnitt pro Jahr rund 1,5 Millionen Liter Wein. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf Weißwein. Allerdings, es soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass sich auf Lanzarote hartnäckig das Gerücht hält, dass in Einzelfällen die Inselweine auch schon mal mit Festlandweinen verlängert werden.

Ein Großteil Lanzarotes ist erstarrte Lava. Darauf kann nichts wachsen und gedeihen. An den Randzonen aber geht diese Lava in einen äußerst fruchtbaren Boden über, der einen hohen Anteil an Vulkanasche enthält. Hier werden im sogenannten Trockenfeldbau die Reben gesetzt und mit einem Trichter aus Vulkangestein umgeben. So sind sie vor den ewigen Passatwinden geschützt. Der spanische Begriff für Trichter – „Geria“ – hat den Weinen sogar ihren Namen gegeben. Das Vulkangestein schützt die Reben aber nicht nur und erlaubt es ihren Wurzeln, ungestört in die tieferen, feuchten Regionen des Bodens einzudringen. Darüber hinaus nimmt es nachts auch die Feuchtigkeit aus dem Tau auf und gibt sie tagsüber an die Reben ab. So ist es möglich, auch auf einer Insel, auf de es praktisch nie regnet, erfolgreich Weinbau zu betreiben.

Bei den Weißweinen ist die Malvasia mit Abstand die wichtigste Rebsorte. Über drei Viertel der Fläche ist mit ihr bestockt und sie bringt hocharomatische Weine hervor. Ursprünglich soll die Rebe aus Griechenland stammen, heute ist sie in Spanien hauptsächlich au den Kanarischen Inseln und im Weinbaugebiet Valencia vertreten. Weitere Weißweinreben auf Lanzarote sind Pedro Ximénez, Listan blanco, Moscatel, Burra blanca und Breval. An roten Rebsorten werden Negramoll und Listan negro angebaut.