Gran Canaria
Gran Canaria ist die Hauptinsel der Kanarischen Inseln und vor allem als Ferienziel bekannt und beliebt. Die Inselgruppe ist der Nordwestküste Afrikas auf Höhe Marokkos vorgelagert. Dias Weinbaugebiet Gran Canaria ist relativ klein, es umfasst lediglich knapp 250 Hektar. Die rund 60 Bodegas produzieren darauf rund 100.000 Liter Wein im Durchschnitt pro Jahr. Der Löwenanteil davon ist Weißwein, von dem so gut wie nichts in den Export geht. Er wird auf der Insel von den Einheimischen und ihren Gästen getrunken.
Freilich, es ist nicht immer die Masse, die ausschlaggebend ist. Die Insel besitzt zwei Untergebiete, die D.O.-Status besitzen, also offiziell eine geschützte Herkunftsbezeichnung führen dürfen. Ausgerechnet der Wein, der als Erster diesen Status bekam, ist ein Rotwein. Dabei handelt es sich um den „Tinto del Monte“ aus dem Gebiet Monte Lentiscal. Er wird aus der Rebsorte Listan negro gekeltert.
Die Weinberge der Insel liegen fast allesamt in der Nähe der Hauptstadt sowie im Nordosten des Eilands. Neben der Listan negro sind dort noch die roten Rebsorten Negramoll, Tintilla, Malvasia Rosada und Moscatel negra zugelassen. Die Liste der weißen Rebsorten, die offiziell zugelassen sind, ist ungleich länger. Sie umfasst die Sorten Malvasia, Pedro Ximénez, Marmajuelo, Vijariego.Albillo, Listan blanco,Burrablanca, Torrontés, Breval und Moscatel. Alle diese Sorten sind in Spanien heimisch, einige sogar typisch für die Kanarischen Inseln.
Die Inselgruppe verdankt ihren Namen übrigens den Römern. Die legten irgendwann in der Antike auf Fuerteventura an und stießen auf ein großes Rudel wilder Hunde. Folgerichtig nannten sie die Insel „Insel der Hunde“, was auf Latein Insula Canaria hieß. Erst viele Jahrhunderte später, genau im Jahr 1402, landete ein spanisches Schiff auf der Insel, dem viele folgen sollten. In den nächsten hundert Jahren siedelten sich hier viele Spanier und Portugiesen an, brachten Rebstöcke mit und und begründeten den Weinbau. Die schweren, süßen Weine, die den damaligen Geschmack trafen, wurden bis nach Nordeuropa und nach England exportiert und finden sogar bei Shakespeare in „Was Ihr wollt“ Erwähnung.









