Rumänien

Rumänien ist eines jener osteuropäischen Länder, die im Prinzip alle Voraussetzungen besitzen, um große Weine zu produzieren. Das Land hat gute Böden und unterliegt dem kontinentalen Klima, das ihm lange, warme Sommer, einen schönen Herbst und moderate Niederschläge beschert. Auch über mangelnde Erfahrung kann die Weinwirtschaft in Rumänien eigentlich nicht klagen. Der Weinbau hat hier nämlich eine längere Tradition als in vielen anderen Ländern und reicht weit bis in die Antike zurück. Dennoch, das Land scheint derzeit noch nicht dieses Potenzial ausschöpfen zu können. Eine Ursache dafür könnte sein, dass privater Weinbau auch heute, 20 Jahre nach der politischen Umwälzung in Osteuropa, kaum in Rumänien existiert. Er macht gerade mal ein Viertel der Weinwirtschaft aus. 75 Prozent dagegen liegen immer noch in der Hand von Genossenschaften oder staatlich organisierten Betrieben.

Das Land kann in sieben Weinregionen unterteilt werden, von denen das Banat im äußersten Westen liegt. Hier wird neben einem roten Leichtgewicht namens Cadarca lediglich Weißwein für den eigenen Bedarf produziert. Ebenfalls relativ unbedeutend ist das Gebiet Crisinien im Nordwesten, das bislang ebenfalls nur unbedeutende, leichte Weißweine hervorbringt. Leider kann man auch von den restlichen fünf Regionen Dobrogea, Moldawien, Mutemnien, Oltenien und Transsylvanien nicht viel anderes berichten. Es gibt auf unterschiedlichen Ebenen Ansätze, die Qualität der Weine so zu steigern, dass sie international größere Chancen haben. Auf einem niedrigen bis mittleren Qualitätsniveau könnten vor allem die rumänischen Rotweine aus der Cabernet-Sauvignon durchaus mit vergleichbaren Massenweinen aus Italien oder Spanien mithalten, vor allem, wenn es um das Preis-Leistungs-Verhältnis geht. Offenbar hapert es dann aber wieder an der Vermarktungsstrategie. Tatsache ist jedenfalls, dass rumänische Weine sich bis heute noch keinen Platz in der europäischen Weinlandschaft erarbeiten konnten. Das Potenzial dafür ist aber vorhanden.