Marken

Die Marken sind eine Weinbauregion, die von der unmittelbaren Nähe zur Adria einerseits und vom schützenden Einfluss des Apennins andererseits profitiert. Rund 20.000 Hektar Rebfläche umfasst das Gebiet, in dem im Jahr durchschnittlich rund 1,8 Millionen Hektoliter Wein erzeugt werden. Rund 55 Prozent davon sind Rotweine, die restlichen 45 Prozent entfallen auf Weißweine. In beiden Kategorien gibt es noch viel Massenware, doch wird sowohl bei den roten als auch bei den weißen Tropfen zunehmend mehr auf Qualität gesetzt.

Bei den Rotweinen ist es vor allem die Rebsorte Montepulciano, die für Überraschungen sorgt. Sie gilt im Allgemeinen nicht unbedingt als noble Sorte, aber einige Winzer aus den Marken beweisen, dass das ein Vorurteil ist. Sie haben dank sorgfältigster Behandlung, ertragsreduziertem Anbau und langer Lagerung im Barrique Montepulciano-Rotweine produziert, die den großen Rotweinen der toskanischen Nachbarn Konkurrenz machen. Der Bekannteste und vielleicht auch beste Vertreter dieser neuen Generation von Rotweinen ist der Rosso Conero. Als Rooso Piceno wird ein weiterer interessanter Rotwein bezeichnet, der rund um die Provinzhauptstadt Ancona angebaut wird. Er muss, um diese Bezeichnung tragen zu dürfen, mindestens zu 60 Prozent aus Sangiovese gekeltert werden. Das hört sich zwar verheißungsvoll an, ist es aber in der Realität leider nicht. Der Grund dafür ist, dass die Sangiovese in den Marken nicht ganz so gute Bedingungen vorfindet wie nebenan in der Toskana und deshalb nicht die entsprechende Qualität erreicht. Dass sie trotzdem verwendet wird, liegt schlicht an der Tatsache, dass sie einen höheren Ertrag liefert.

Die Traubenmenge, die für diese beiden guten Rotweine verwendet wird, ist aber verschwindend gering im Vergleich zu den Massen, die in die Produktion des Cerasuolo gehen. Das ist ein leichter Rosé, der jung getrunken werden muss und in den Touristenhochburgen wie Rimini serviert wird.

Auch bei den Weißweinen gibt es die erfreuliche Tendenz hin zu mehr Qualität und etwas weniger Masse. Hier stechen die Weine aus dem DOC-Gebiet „Castelli di Jesu“ hervor, die überwiegend aus der Rebsorte Verdicchio gewonnen werden.