Bergerac

Bergerac ist eine Weinbauregion so recht nach dem Herzen von Rotweinfans. Das Gebiet liegt ganz in der Nähe von Bordeaux, zählt aber offiziell zur Weinbauregion des Südwestens (Sud-Ouest). Wer sich intensiv mit Frankreichs Rotweinen beschäftigt, der wird diese Zugehörigkeit auch schmecken können. Die Rotweine aus Bergerac werden zwar aus den Trauben der gleichen Rebsorten gepresst wie ihre Nachbarn im Bordeaux, doch unterscheiden sich die Böden und das Klima und geben den Weinen so ein anderes Gepräge.

Etwa 12.000 Hektar umfasst die Rebfläche, die fast ausschließlich rund um das Städtchen Bergerac im Südwesten Frankreichs angesiedelt ist. Hier fließt die Dordogne, die auf ihrem rechten Ufer mit ihren eher mageren Kiessandböden den Rotweinreben eine großartige Basis bietet. Die 360.000 Hektoliter Rotwein und knapp 25.000 Liter Roséwein, die Jahr für Jahr aus dieser Region kommen, werden überwiegend aus Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot gekeltert, kleinere Mengen liefern zudem die Malbec und die Fer Servadou.

Die Weißweine im Bergerac werden zu einem so großen Teil fein und lieblich ausgebaut, dass die trockenen Gegenstücke extra mit dem Zusatz „sec“ für trocken auf dem Etikett ausgewiesen werden. Rund 250.000 Hektoliter Weißwein produziert die Winzer aus dem Bergerac jedes Jahr. Hauptsächlich bauen sie dafür die Rebsorten Semillon und Muscadelle für die weichen, lieblichen Tropfen und Sauvignon Blanc für die trockenen Gewächse an. Auch Chenin Blanc wird rund um Bergerac hoch geschätzt.

Dank langer heißer Sommer und einer freundlichen Wetterlage oft bis in den November hinein kann im Bergerac auch noch sehr spät geerntet werden. Entsprechend spielen Spät- und Auslesen in dieser Weinbauregion eine gewichtige Rolle. Die Reben dafür finden gute Bedingungen am linken Ufer der Dordogne. Da im Herbst im Flusstal oft Nebel herrscht, wird die Edelfäule begünstigt und es können ausgezeichnete Dessertweine gekeltert werden.