Beaujolais
Selbst fortgeschrittenen Weinkennern ist oft nicht bewusst, dass Beaujolais nicht nur der Name eines Weins ist, sondern auch die Bezeichnung für eine eigenständige Weinbauregion. Sie liegt ganz im Süden der Region Burgund, genau zwischen den Städten Lyon und Dijon. Hier wird fast ausschließlich Rotwein produziert, der wiederum aus einer einzigen Rebsorte gekeltert wird, der Gamay-Traube.
Jedes Jahr am dritten Donnerstag im November schlägt die große Stunde für den wohl berühmtesten Wein der Region, den “Beaujolais Primeur”. Um Mitternacht erschallt in den Kellern der traditionelle Ruf “Le Beaujolais Nouveau est arrivé” (deutsch: “Der neue Beaujolais ist angekommen”), die Fässer dürfen angestochen werden und der junge Rotwein des jeweiligen Erntejahres ist für den Verkauf freigegeben.
Beaujolais gehört zu den wenigen Rotweinen, die jung und mäßig gekühlt getrunken werden können und sollen. Lange war der Primeur der einzige Rotwein auf der Welt, der schon sechs Wochen nach der Traubenernte getrunken werden konnte. Die Betonung liegt dabei auf „können“, nicht auf müssen. Allerdings sollten die leichten, gerbstoffarmen Beaujolaus Nouveaux nicht länger als zwei Jahre gelagert werden.
Anders sieht die Sache aus, wenn man es mit höherwertigen Rotweinen aus Beaujolais zu tun hat. Sie erkennt man daran, dass sie auf dem Etikett entweder den Zusatz „supérieur“ oder „Villages“ tragen. Ersterer zeigt an, dass mehr Alkohol als im jungen Beaujolais vorhanden ist, zweiter verweist auf die Gemeinde, aus der der Wein stammt. Ein Beaujolais mit Gemeindebezeichnung wird fast immer ein sogenannter Cru sein und zu dem Besten zählen, was die Region zu bieten hat. Ein solcher Cru, kann unbedenklich diverse Jahre im Weinkeller nicht nur überdauern, sondern dort auch an Reife und Geschmack gewinnen.

















