Mosel

Wie die Zeiten sich doch ändern. Früher einmal hieß Deutschlands bekanntestes Weinanbaugebiet „Mosel-Saar-Ruwer“, heute lautet die offizielle Bezeichnung nur noch „Mosel“. Nicht etwa, dass die Saar und die Ruwer versandet wären oder sich als Gebiet selbstständig gemacht hätten. Aber nur die Mosel hat sowohl national als auch international einen Namen und lässt sich in vielen Sprachen so aussprechen, dass es noch Ähnlichkeit mit dem Original hat. Das ist zunehmend wichtig für die Vermarktung der Weine im Ausland. Geändert hat sich auch, dass aus dem einst hundertprozentigen Weißweingebiet nun auch schon mal der eine oder andere Rotwein kommt. Allerdings, diese Entwicklung steht noch ganz an ihrem Anfang. Sie darf zwar neugierig machen, sollte aber noch nicht überbewertet werden. Nach neuesten Schätzungen liegt der Anteil der Weißweinsorten an den Rebflächen immer noch bei stolzen 94,2 Prozent.

Das Weinanbaugebiet Mosel kann mit einigen Superlativen aufwarten. So bringt es zum Beispiel auf seinen besten Lagen einige der teuersten Weine der Welt hervor. Unter den 13 deutschen Anbaugebieten zählt die Mosel die meisten Steillagen und sie beherbergt mit dem Bremmer Calmont sogar den steilsten Weinberg der Welt. Die Reben wachsen auf diesen Steillagen dank der relativ kargen Schieferböden nur sehr sparsam, die Erträge sind gering, und viele Lagen können ausschließlich mit der Hand bearbeitet werden. Das Ergebnis aber versöhnt mit all diesen Mühen. Die Spitzenweine der Mosel sind hochmineralisch und sie erzielen fantastische Preise.

Die Masse der Moselweine freilich ist nicht ganz so hochgestochen, von guter bis sehr guter Qualität aber sind so gut wie alle Tropfen, die in dieser Region gekeltert werden. Nicht umsonst ist ein Weinort an der Mosel bekannter als der nächste. Fast alle Moselweine sind Rieslinge; diese Rebsorte nimmt deutlich über 50 Prozent der Flächen in Anspruch. Daneben wird noch Müller-Thurgau, Rivaner und Kerner angebaut. Eine Besonderheit auf immerhin knapp 10 Prozent der Anbaufläche stellt der Elbling dar. Ihn haben bereits die Römer gekannt, heute wird er überwiegend zu Sekt verarbeitet. Die wenigen Rotweinreben, die an der Mosel angebaut werden sind überwiegend Spätburgunder und Cabernet.