Hessische Bergstraße

Hessische Bergstraße – Das steht für feine Weine mit Seltenheitscharakter

„Strata Montana“ nannten die Römer die Bergstraße, die heute durch einen der schönsten und sonnenverwöhntesten Teile Hessens führt. Sie dürften auch zumindest mitverantwortlich dafür sein, dass hier Wein angebaut wird – und was für einer! Dass aber zum Beispiel, die guten Rieslinge, die aus dieser Region stammen, kaum jemals den Weg in den allgemeinen Handel finden, hat gleich mehrere Gründe. Zum einen ist die Weinregion Hessische Bergstraße relativ klein. Ihre gesamte Rebfläche beträgt mal gerade rund 460 Hektar. Zum anderen wachen die Einheimischen eifersüchtig darüber, dass ihre guten Weine im Lande bleiben, damit sie sie selbst trinken können.

Wenn also der Knochen nicht zum Hund kommt, dann muss der Hund zum Knochen gehen. Am besten erfüllt man diese alte „Weisheit“ mit Leben, indem man eines der zahlreichen Weinfeste an der Hessischen Bergstraße besucht. Dort werden nämlich die feinen Rieslinge ausgeschenkt, die so gut sind, dass sie inzwischen den Tropfen etablierterer Rieslingregionen ernsthaft Konkurrenz machen. Ende Juni etwa bietet das mittelalterliche Zentrum von Heppenheim einen wunderbaren Rahmen für ein Weinfest; Anfang September lädt Bensheim dazu ein, die Weine der Region zu genießen.

Das Weinanbaugebiet Hessische Bergstraße erstreckt sich nördlich von Heidelberg zwischen dem Rhein und dem Odenwald und es gehört mit zu den wärmsten Regionen Deutschlands. Im Frühling kommen die Touristen gleich scharenweise, um eine Obstblüte zu genießen, die mit der Apfelblüte im Alten Land verglichen werden kann. Nur, dass an der Hessischen Bergstraße nicht die Apfelbäume blühen, sondern Mandeln, Pfirsiche und Kirschen. Auf den Flächen, wo es zwar war, aber nicht ganz so heiß wird, gedeiht vor allem Spätburgunder, der zu Rotweinen mit großer Komplexität und Fülle heranreift. Insgesamt allerdings macht der Anteil roter Rebsorten nur einen kleinen Prozentsatz aus, der bei etwas über zehn Prozent liegt. Bei der Weißweinproduktion nimmt der Riesling die Hälfte der Rebfläche ein, gefolgt von Müller-Thurgau und Grauburgunder.