Chile

Newcomer mit hohem Anspruch

Mit den Eroberern kam auch der Wein. Als die Spanier im 15. Jahrhundert Chile zu ihrer Kolonie machten, wollten sie auf den guten Wein, den sie aus ihrer Heimat gewohnt waren, auch in der Fremde nicht verzichten. Dank des guten Klimas gediehen die importierten spanischen Reben schließlich so gut, dass die guten Tropfen sogar ins Mutterland exportiert werden konnten und über diesen Weg ihre ersten Fans in Europa fanden.

Nach den Spaniern kamen die Franzosen

Mit der Unabhängigkeit von den eher ungeliebten Kolonialherren wandten sich die Chilenen zwar nicht vom Weinbau ab, wohl aber von den spanischen Reben. Nun orientierte man sich am klassischen Weinland Frankreich und favorisierte sowohl die dort beheimateten Rebsorten als auch die Keltermethoden der französischen Winzer. Der Markt entwickelte sich gut, bis die politischen Verhältnisse und die Machtergreifung durch die Militärjunta den ambitionierten Plänen ein Ende bereiteten. Erst nach der erneuten Wende und damit der Demokratisierung erhielt der chilenische Weinbau den entscheidenden Schub. Jetzt interessierten sich auch Investoren aus dem Ausland für das lateinamerikanische Land, das mit seinen mineralischen Böden und den vielen Sonnenstunden so ideale Voraussetzungen für Winzer bietet. Chile ist übrigens auch das einzige Weinland, das noch nie von einer Reblaus-Epedemie heimgesucht worden ist; die Reben sind entsprechend alle wurzelecht. Vor allem große und namhafte Weingüter aus Frankreich engagierten sich und bauten in ihren chilenischen Dependancen Rotweine an, die sich auf dem internationalen Markt schnell einen Stammplatz eroberten. Als wichtigste Rotweine kristallisierten sich dabei die Cabernet-Sauvignons heraus.

Chile – Gute Weine, die noch besser werden sollen

Der Standard der chilenischen Rotweine ist heute bereits bemerkenswert. Fachleute weltweit aber erwarten, dass sich die Qualität noch deutlich verbessern wird und das volle Potenzial chilenischer Rotweine noch längst nicht erreicht ist.