Brasilien
Es ist noch gar nicht so lange her, da war Brasilien ein unbeschriebenes Blatt auf der Landkarte der Weine. Das ist für ein südamerikanisches Land zwar nur schwer vorstellbar, entspricht aber dennoch den Tatsachen. Da sie selbst kaum Wein produzierten, kauften die Brasilianer lange und kräftig beim Nachbarn Uruguay ein. Alles, was aus der dortigen Produktion nicht im Land selbst getrunken wurde, das wurde über die Grenze nach Brasilien verkauft. Auch heute sind die Brasilianer noch gute Kunden, doch hat eine Trendwende unverkennbar eingesetzt. Brasilien ist derzeit das Weinland Südamerikas, das das dynamischste Wachstum aufzuweisen hat und dabei hohe Ansprüche an die Qualität stellt. Nachfolgend ein paar Zahlen, um das zu untermauern: 2003 betrug die gesamte Rebfläche rund 60.000 Hektar, heute sind es knapp 90.000 Hektar. Dabei darf man nicht vergessen, dass Brasilien das fünftgrößte Land der Welt ist! Zwischen 1995 und 2009 haben Weine aus Brasilien auf internationalen Wettbewerben und Verkostungen über 1600 Medaillen und Auszeichnungen gewonnen.
Einige Lagen sind vom Boden und vom Klima her so begünstigt, dass regelmäßig zwei Ernten pro Jahr möglich sind. Das Verhältnis der gepflanzten Rebstöcke zwischen weißen und roten Sorten ist in Brasilien relativ ausgeglichen. Dass scheinbar dennoch mehr Rotweine als Weißweine auf den Markt kommen, liegt daran, dass ein nicht geringer Teil der weißen Trauben zu Schaumwein verarbeitet wird. Für die Rotweine werden fast ausschließlich internationale Rebsorten vor allem aus Spanien und Frankreich ausgewählt. So sind zum Beispiel Tempranillo und Tannat, Pinot noir und Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot vertreten. Bei den weißen Rebsorten gehören Pinot gris, Sauvignon Blanc, Chardonnay und Moscatel zu der Liste der zugelassenen Sorten.
Auch, wenn Wein in Brasilien auf dem Vormarsch ist, die Hitliste der alkoholischen Getränke wird dort nach wie vor eindeutig vom Nationalgetränk Caipirinha, einer Mischung aus Limonen und Zuckerrohrschnaps, angeführt. Auf Platz zwei folgt das einheimische Bier.



























